PRENATUS e.V.
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Verein zur Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins für die Bedeutung des vorgeburtlichen Lebens und Erlebens

 

 

Am 22. April 2016 wurde in Erkelenz der Verein PRENATUS e.V. gegründet, um in einer breiten Öffentlichkeit das Bewußtsein für die Bedeutung des vorgeburtlichen Lebens und Erlebens zu schaffen.

Seit vielen Jahrzehnten befassen sich Fachleute u.a. aus Humanbiologie, Genetik, Neurowissenschaften, Hirnforschung, Gynäkologie, pränataler Psychologie mit der Entwicklung des ungeborenen Kindes während seines neunmonatigen Lebens in der Gebärmutter.

Nicht-Fachleute hingegen – und dazu gehören die meisten zukünftigen und werdenden Eltern, insbesondere die schwangere Frau – haben wenig Kenntnis davon, dass das ungeborene Baby von Anfang an ein bewusstes, fühlendes, denkendes, lernendes und interaktives Lebewesen ist. Die in der Gebärmutter gemachten Erfahrungen wirken sich auf die körperlich-seelische Entwicklung des Menschen, seine Persönlichkeit und die Qualität seiner zwischenmenschlichen Beziehungen grundlegend aus.

Ist die Schwangere beispielsweise einer immer wiederkehrenden Stresssituation ausgesetzt, wird das Ungeborene mit  chemischen Stresshormonen überflutet, was u,a. zu einer Störung der Hirnentwicklung führt. Es hat sich sogar nachweisen lassen, dass die Ursprünge der heutigen Gesellschaftsprobleme, deren Symptome sich in Gewalt, Bindungsmangel, Drogen und Alkoholmissbrauch, sowie in psychischen Erkrankungen zeigen, grundsätzlich bereits in der intrauterinen Entwicklungszeit zu finden sind!

Aus diesem Grund ist Aufklärung in allen Bereichen der Gesellschaft vonnöten, dies hat sich der Verein zur Hauptaufgabe gemacht. Die Mitglieder sind Bildungsreferenten, die Kindergärten, Schulen, Schwangerschaftsberatungsstellen, Ärzten unterschiedlichster Fachrichtungen, Pädagogen, Geburtshelfern, Hebammen, usw. Vorträge anbieten, um ihnen die Bedeutung der Vorgeburtlichkeit des werdenden Lebens nahe zu bringen.

  

Der Verein steht allen Interessierten für eine Mitgliedschaft offen und begrüßt vor allem auch Fördermitglieder.




"Charta der Rechte des Kindes vor, während und

nach der Geburt"


Die UN Konvention zu den „Rechten des Kindes“ war ein historischer Schritt, weil das Kind in seinen eigenen Rechten gesehen wurde. Das Kind wurde als ein eigenständiges menschliches Wesen mit einem Recht auf Versorgung, Sicherheit und Mitsprache angesehen. Die UN Konvention zu den „Rechten des Kindes“ garantiert Entwicklungsrechte, die dem Kind erlauben sollen, sein volles Potential entwickeln zu können. Forschungen zur frühen Entwicklung des Kindes belegen, dass das individuelle und soziale Leben des Kindes bereits vor der Geburt beginnt. Das Fundament unserer grundlegenden Gefühle von Sicherheit und Vertrauen wird in dieser Zeit gelegt. Eine Grundvoraussetzung für eine gedeihliche Entwicklung ist eine wechselseitige Bezogenheit. Auch das Kind vor der Geburt ist schon ein eigenständiges menschliches Wesen und eine eigenständige menschliche Person. Darum müssen die Rechte des Kindes auch für das Kind vor, während und nach der Geburt gelten.


(Quelle: Brunhild Schmid, "Die Mutter-Kind-Bindungsanalyse nach Raffai und Hidas als Element der Hebammenarbeit", Master These, FH Salzburg, September 2015. Adaptiert von Christa Balkenhol-Wright)


Die folgende Charta der „Rechte des Kindes“ vor, während und nach der Geburt versucht diese Rechte konkret zu machen. Beiden Rechten geht es um grundlegende emotionale und körperliche Bedürfnisse, die erfüllt sein müssen, um eine gesunde Entwicklung des Kindes zu ermöglichen. Sie wurde am 3. Juni 2005 von der ISPPM, der Studiengemeinschaft für Prä- und Perinatale Psychologie und Medizin in Heidelberg beschlossen.


1. "Jedes Kind hat das Recht, schon vor der Geburt als eigene Person geachtet und respektiert zu sein.

     2. Jedes Kind hat das Recht auf ein sichere vorgeburtliche Beziehung und Bindung.

3. Jedes Kind hat ein Recht darauf, dass während der Schwangerschaft und Geburt dieKontinuität seines Erlebens

        geachtet und beschützt wird.      

   4. Jedes Kind hat das Recht darauf, dass medizinische Interventionen, von Anfang an immer auch auf ihre seelische

         Auswirkung hin reflektiert und verantwortet werden

5. Jedes Kind hat das Recht auf Hilfen für einen liebevollen und bezogenen Empfang inder Welt, der ihm eine sichere  

          nachgeburtliche Bindung erlaubt.

6. Jedes Kind hat das Recht auf eine ausreichende und gute Ernährung vorund nach der  Geburt. Jedes Kind sollte  nach

          Möglichkeit gestillt werden.

7. Mit den Kinderrechten verbunden ist es ein Recht der kommenden Generation, dassdie Gesellschaft ihnen die

       Möglichkeit gibt, ihre eigenen Potentiale als Paar und als Eltern zu entwickeln.

8. Mit diesem Recht auf Entwicklung elterlicher Kompetenz ist das Recht des Kindes aufverantwortliche, feinfühlige und

      bezogene Eltern oder Ersatzpersonen verbunden.

9. Um diese Rechte des Kindes zu gewährleisten, haben die gesellschaftlichen  Institutionen die Pflicht, die Eltern bei der

      Bewältigung ihrer Aufgaben zu unterstützen."           (Quelle: ISPPM, Juni 2005, Heidelberg)






BUCHREZENSION:


MIT DEINER LIEBE WÄCHST MEINE SEELE, LEBEN UND ERLEBEN IM MUTTERLEIB. DIE METHODE DER VORGEBURTLICHEN BINDUNGSFÖRDERUNG IN PRAXIS UND THEORIE,

Einklang Verlag 2018


„Mit deiner Liebe wächst meine Seele“ – ein Buch von den Herausgeberinnen Christa Balkenhol und Christine Karrasch


In diesem Buch wird eine neuartige Methode der Schwangerschaftsbegleitung, die sogenannte Bindungsanalyse, anhand von zahlreichen Praxisbeispielen beschrieben. Gleichzeitig erfährt der Leser sehr anschaulich wie wichtig und prägend die Zeit der Schwangerschaft für das werdende Kind ist.  


Die Fallgeschichten handeln von schwangeren Frauen in verschiedenen, teils herausfordernden Lebenssituationen. Es war beeindruckend zu erfahren wie es dem Kind und den Eltern im Laufe der Schwangerschaft bis nach der Geburt ergangen ist. Die Mütter kommen teilweise selbst zu Wort und berichten über ihre Erfahrungen mit der Bindungsanalyse, die in mehreren, meist wöchentlichen Sitzungen stattfindet: „Bindungsanalyse ist deutlich mehr als nur ‚schöne Sitzungen mit dem Ungeborenen‘. Sie öffnete mir als Mutter den Weg zu dem Abschnitt meines Lebens, in dem ich selbst noch nicht geboren war und heilt viele Wunden auf sanfte Weise.“ Dieses Zitat einer Mutter beschreibt ihre Erfahrung mit dieser besonderen Form der Schwangerschaftsbegleitung.


Die wichtigsten Aufgaben in der Begleitung sind die Bindungsfähigkeit zu stärken, eventuelle Defizite herauszufinden und ihre Ursachen zu suchen, die nicht selten in der eigenen vorgeburtlichen Zeit liegen. Schließlich wird die Schwangere behutsam angeleitet Kontakt zu ihrem ungeborenen Kind aufzunehmen. Dies passiert in den sogenannten „Babystunden“. Hier kommt es zu einem inneren Dialog zwischen der Mutter und ihrem Baby, der auf einer sehr tiefen emotionalen Ebene stattfindet.


Einige Wochen vor der Geburt werden Mutter und Kind auf die bevorstehende körperliche Trennung und den Ablauf der Geburt vorbereitet. Höchst interessant ist die Tatsache, dass es bei den begleiteten Frauen kaum zu Frühgeburten kommt und meist eine leichtere und schnellere, natürliche Geburt erlebt wird.


Das Buch umfasst auch Themen wie die Wichtigkeit der vorgeburtlichen Bindung, mütterlicher Stress und ihre Auswirkung auf das Ungeborene sowie die Vaterrolle während der Schwangerschaft. Auch die Bedeutung des Kaiserschnitts für das Baby, die Reproduktionsmedizin und das Trauma des alleingeborenen Zwillings werden eingehend behandelt. Ein Kapitel befasst sich speziell mit Schwangeren, die selbst frühe Erfahrungen sexueller Gewalt erlitten haben. Wissenschaftlich untermauert finden sich auch Beiträge über Spiegelneurone, Epigenetik und die pränatale Bindungsentwicklung aus Sicht der Gehirnforschung. Weitergehende Informationen wie Ausbildungsmöglichkeiten, Kontaktdaten und ausführliche Literaturempfehlungen befinden sich im Anhang des Buches.


Ziel der Herausgeberinnen Christa Balkenhol und Christine Karrasch sowie den acht Ko-Autorinnen ist es die revolutionäre Methode der Bindungsanalyse einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Kurzgehaltene theoretische Inhalte wechseln sich mit dazu passenden Fallgeschichten ab. Das macht das Buch leicht leserlich, fesselnd und abwechslungsreich. Es enthält für werdende Eltern wichtige Informationen über das Leben und Erleben im Mutterleib und bietet wertvollen Anstoß für jene Menschen, die Mütter in der Schwangerschaft begleiten.


Buchtitel:  Mit deiner Liebe wächst meine Seele

Leben und Erleben im Mutterleib: Die Methode der vorgeburtlichen Bindungsförderung in Praxis und Theorie

Herausgeberinnen: Christa Balkenhol und Christine Karrasch

Einklang Verlag, 2017

ISBN: 978-3-946315-08-7

Preis: 16,50 Euro bzw. als eBook 9,99 Euro


Buchrezension von Stefanie Scharfmüller



Quelle:

Verein Heilkreis

Autor Stefanie Scharfmüller

www.babyfluestern.net